POSEIDON-Logbuch 8. Mai - Ein Prachstück von einem Kern
Vom 3. - 19. Mai kreuzt das deutsche Forschungsschiff POSEIDON die Küstengewässer Marokkos und Mauretaniens. Direkt von Bord berichten die Bremer Forscher Jan-Berend Stuut und Inka Meyer.
Forscher-Logbuch 8. Mai 2008
P366-1 RV POSEIDON
Autoren:
Jan-Berend Stuut und Inka Meyer
TRUST IN DUST - ist das Credo des passionierten Sedimentologen. Sein
Forschungsinteresse gilt windgetriebenen Staubpartikeln. Diese bilden,
einmal im Meeresboden eingelagert, ein Archiv für die Klimabedingungen
der Quellregion
und zum Ablagerungszeitpunkt der Partikel. Der gebürtige
Niederländer studierte und promovierte in Mariner Geologie und
Sedimentologie an der Universität Utrecht, bevor er vor sechs Jahren
nach Bremen wechselte.
Diplom-Geographin Inka Meyer am Zentrum für Marine Umweltwissenschaften MARUM an der Universität Bremen
Inka Meyer ist gebürtige Bremerein und frischgebackene
Diplom-Geographin. Ihre Diplomarbeit über paläoklimatische
Rekonstruktionen in Südpatagonien hat sie an der Universität Bremen
angefertigt. Seit Anfang des Jahres ist sie als Doktorandin in der
European graduate school-proxies in earth history - EUROPROX tätig.
Donnerstag 8. Mai 2008
Schon in der Nacht wurde mit
der Beprobung der Wassersäule angefangen. Dazu wurden ein weiteres Mal die
Wasserpumpen eingesetzt und außerdem die Rosette, ein Gerät an dem 18 10-Liter Flaschen
befestigt sind. Die Flaschen werden jeweils in unterschiedlichen Wassertiefen
geschlossen und so wird ein durchgängiges Wasserprofil hinsichtlich physischer,
chemischer und biologischer Parameter wie z.B. Temperatur, Dichte, Salzgehalt und
Chlorophyll erstellt.
Unsere CTD.
Nach dem Frühstück ging es weiter mit einem Schwerelotkern der in einer Tiefe von 3700 m erbohrt wurde. Unser heutiger Kern hat eine Länge von 5.80 m und ist somit nahezu perfekt! Einmal an Bord, wurde der Kern für eine bessere Handhabung in 1 m Stücke geschnitten. Einige geochemische Untersuchungen wie die Messung der Alkalität, Nährstoffe und Eisen werden schon an Bord gemacht. Weitere Untersuchungen finden erst später im Labor an Land statt.
Unser "Prachtstück" wird zerschnitten.
Nach der Sedimentbeprobung wurde noch das Multinetz eingesetzt. Dies ist eine Art überdimensionaler Catcher mit 5 Netzen, der zur Beprobung der Organismen in unterschiedlichen Wassertiefen genutzt wird. Nach dem Abendessen ging die Fahrt weiter in Richtung Küste, zur nächsten Station.
Liebe Grüße,
Inka & Jan-Berend
Weitere Informationen:
Wo ist POSEIDON jetzt?
Zur aktuellen Position des Forschungsschiffes hier.
Mehr über den offiziellen Träger der Fahrt EUROPROX:der European graduate school - proxies in
earth history unter www.europrox.de.
Das Multinetz wird gefahren.








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