POSEIDON-Logbuch: 5. Mai - Generalalarm und Wasseranalysen
Vom 3. - 19. Mai kreuzt das deutsche Forschungsschiff POSEIDON die Küstengewässer Marokkos und Mauretaniens. Direkt von Bord berichten die Bremer Forscher Jan-Berend Stuut und Inka Meyer für planeterde.de: Über ihr vorübergehendes Leben und Arbeiten auf dem schwimmenden Labor.
Forscher-Logbuch 5. Mai 2008
P366-1 RV POSEIDON
Autoren:
Jan-Berend Stuut und Inka Meyer
TRUST IN DUST - ist das Credo des passionierten Sedimentologen. Sein
Forschungsinteresse gilt windgetriebenen Staubpartikeln. Diese bilden,
einmal im Meeresboden eingelagert, ein Archiv für die Klimabedingungen
der Quellregion
und zum Ablagerungszeitpunkt der Partikel. Der gebürtige
Niederländer studierte und promovierte in Mariner Geologie und
Sedimentologie an der Universität Utrecht, bevor er vor sechs Jahren
nach Bremen wechselte.
Diplom-Geographin Inka Meyer am Zentrum für Marine Umweltwissenschaften MARUM an der Universität Bremen
Inka Meyer ist gebürtige Bremerein und frischgebackene
Diplom-Geographin. Ihre Diplomarbeit über paläoklimatische
Rekonstruktionen in Südpatagonien hat sie an der Universität Bremen
angefertigt. Seit Anfang des Jahres ist sie als Doktorandin in der
European graduate school-proxies in earth history - EUROPROX tätig.
Montag 5. Mai 2008
21°06' N 020°12' W
Während des Transits nahm die Mannschaft die Gelegenheit wahr, eine Feuerübung zu machen. Beim Generalalarm müssen alle Mitfahrenden mit Rettungsweste und warmer Kleidung so schnell wie möglich an Deck erscheinen. Zusätzlich wurde die Bergung eines „Verletzten“ aus einem der Labore geübt (siehe Bild).
Unser verletzer Mann wurde erfolgreich aus dem Labor gerettet.
Nach dem Mittagessen erreichten wir dann endlich die erste Station und fingen die eigentlichen
Arbeiten an. Zuerst wurden Wasserproben aus unterschiedlichen Tiefen
genommen, an denen direkt Temperatur, Chlorophyllgehalt und die Dichte des Meerwassers bestimmt
wurden. Im Labor wird an den einzelnen Proben später zum Beispiel der
Salzgehalt, verschiedene Nährstoffe und organische Komponenten gemessen.
An Hand der ermittelten Daten wurden Wasserschichten bestimmt, die anschließend mit Wasserpumpen genauer untersucht wurden (siehe Bild). Im Wasser schwimmende Partikel, wie zum Beispiel Staub aus der Sahara und im Wasser lebende Organismen, sammeln sich in bestimmten Schichten an, die so vor Ort beprobt werden können.
Zwei Seemänner bei der Beprobung mit der Wasserpumpe.
Da solche Untersuchungen viel Zeit in Anspruch nehmen, werden wir wohl voraussichtlich bis Mitternacht weitermachen müssen. Während wir auf Station sind, werden wir oft von Delphinen und Schweinswalen besucht.
Liebe Grüsse,
Inka & Jan-Berend
Weitere Informationen:
Wo ist POSEIDON jetzt?
Zur aktuellen Position des Forschungsschiffes hier.
Mehr über den offiziellen Träger der Fahrt EUROPROX:der European graduate school - proxies in
earth history unter www.europrox.de.
Karte des Untersuchungsgebietsvor Nordwest Afrika.








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