POSEIDON-Logbuch 11. Mai - "Weiße Geschenke" am Bergfest
Vom 3. - 19. Mai kreuzt das deutsche Forschungsschiff POSEIDON die Küstengewässer Marokkos und Mauretaniens. Direkt von Bord berichten die Bremer Forscher Jan-Berend Stuut und Inka Meyer.
Forscher-Logbuch 11.712. Mai 2008
P366-1 RV POSEIDON
Autoren:
Jan-Berend Stuut und Inka Meyer
TRUST IN DUST - ist das Credo des passionierten Sedimentologen. Sein
Forschungsinteresse gilt windgetriebenen Staubpartikeln. Diese bilden,
einmal im Meeresboden eingelagert, ein Archiv für die Klimabedingungen
der Quellregion
und zum Ablagerungszeitpunkt der Partikel. Der gebürtige
Niederländer studierte und promovierte in Mariner Geologie und
Sedimentologie an der Universität Utrecht, bevor er vor sechs Jahren
nach Bremen wechselte.
Diplom-Geographin Inka Meyer am Zentrum für Marine Umweltwissenschaften MARUM an der Universität Bremen
Inka Meyer ist gebürtige Bremerein und frischgebackene
Diplom-Geographin. Ihre Diplomarbeit über paläoklimatische
Rekonstruktionen in Südpatagonien hat sie an der Universität Bremen
angefertigt. Seit Anfang des Jahres ist sie als Doktorandin in der
European graduate school-proxies in earth history - EUROPROX tätig.
Samstag/Sonntag 11./12. Mai 2008
Der
Samstagmorgen begann mit einem fast vollständigen Schwerelot. Von dem
sechs Meter langen Stahlrohr waren 5.80 gefüllt: ein sehr schönes Ergebnis.
Danach
wurde auch der Multicorer erneut eingesetzt. Damit war das Profil 1 zu Ende und
wir begannen
mit dem Transit in das Untersuchungsgebiet C. Mittlerweile
war der Wind bis Stärke 6-7 aufgefrischt und auch die Dünung hatte zugenommen. Nach
einer Woche auf See haben wir uns aber schon daran gewöhnt und keiner
wurde
mehr seekrank.
MUC Kern bei der Porenwasserbeprobung: Durch dünne Kanülen in verschiedenen Kerntiefen wird das Wasser der Sedimentzwischenräume hinausgesaugt und in Plastikspritzen gesammelt.
Während der Transitfahrt wurden weitere Analysen im Labor
gemacht, wie zum Beispiel die Geochemie des Porenwassers in den
Kernen
(siehe oberes Bild) untersucht. Außerdem wurde die Fahrt zum Feiern des Bergfestes genutzt.
Zusammen mit der Mannschaft verbrachten wir einen lustigen Abend in
der Messe.
Heute Morgen mussten wir trotz langer Feier wieder um 7.00 Uhr pünktlich an Deck stehen, denn der erste Kern sollte gebohrt werden. Da die Wassertiefe im Südosten des Untersuchungsgebiet C nur etwa 40-50 m beträgt, waren die Geräte sehr schnell am Meeresboden und auch wieder an Deck.
Sedimentgreifer wird von Bernd und Pedro eingesetzt.
Von
dort ging es in nordwestliche Richtung, wo an mehreren Stationen
der
Kastengreifer (siehe Bild) eingesetzt wurde. Dies ist eine Art
Minibagger
mit dem eine Probe aus dem Meeresboden genommen wird. Das Material
wird hauptsächlich zur Untersuchung und Bestimmung unterschiedlicher
Muscheln und Schnecken in verschiedenen Wassertiefen genutzt.
Den ganzen Tag wurden wir von einem riesigen Schwarm Seeschwalben begleitet, die uns „zusungen“ und mit „weissen Geschenken“ erfreuten.
Liebe Grüße,
Inka & Jan-Berend
Weitere Informationen:
Wo ist POSEIDON jetzt?
Zur aktuellen Position des Forschungsschiffes hier.
Mehr über den offiziellen Träger der Fahrt EUROPROX:der European graduate school - proxies in
earth history unter www.europrox.de.
Die POSEIDON vor dem Auslaufen.








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