Poseidon-Blog 31. Mai - 1. Juni: Das Kind hat einen Namen
Seit dem 3. Mai ist das deutsche Forschungsschiff POSEIDON im Rahmen des Internationalen Graduiertenkollegs EUROPROX auf Forschungsexpedition. Über den dritten und letzten Fahrtabschnitts berichtet von Bord Fahrtleiter Tilo von Dobeneck.
Poseidon-Logbuch P363/3
Vigo - Vigo
31. Mai - 1. Juni:
Das Kind hat einen Namen
Samstag und Sonntag vergehen mit umfangreichen Aufbauarbeiten in den Schiffslabors, unterbrochen durch weitere galizische Tafelgenüsse. Hier dreht sich alles um Muscheln, denn die Kulturen im Meeresarm 'Ría de Vigo' zählen zu den bedeutendsten weltweit. Till Hanebuth, Hendrik Lantzsch, Angél Mena und Karin Zonneveld nutzen freie Stunden zum Besuch der berühmten Nachbar- und Pilgerstadt Santiago de Compostela und berichten begeistert von akrobatischen Weihrauchschwingern und malerischen Landstrichen.
Ausflug: Kathedrale in Santiago de Compostela
Eine
schlechte Nachricht trifft uns aus Paris: Der Kieler Akustik-Experte
Wilhelm Weinrebe, der ein Multibeam-Fächersonar im Lotschacht
von POSEIDON einbauen und kalibrieren soll, hat seinen Weiterflug
nicht erreicht und kann erst am Vorabend der Ausfahrt eintreffen.
Er schickt aber per E-Mail detaillierte Instruktionen, mit deren
Hilfe wir die aus dem Schiffsrumpf ragenden Schwinger einbauen und mit
der Leistungselektronik im Labor verkabeln können. Als Willi Weinrebe
endlich eintrifft, bringt er in rekordverdächtigen sechs Stunden
mit der tatkräftigen Unterstützung der mitfahrenden Bremer Studenten
Bastian Wichand und Arne Schwab das komplizierte System zum Laufen.
Der Namenszug des frischgetauften Elektromagnetik-Schlittens.
Heiße
Diskussionen ranken sich auch den neuen quietschgelben Elektromagnetik-Schlitten.
Das Kind der Bremen -Vigo Liäson hat nämlich noch
keinen Namen. Doktorand und Projektleiter Hendrik Müller trifft endlich
die Entscheidung: Sein Namenzug 'GEM Shark' spielt auf die strömungsgünstige
und bullige Haiform der Plattform an, die Bezeichnung GEM
auf den amerikanischen Hersteller des zu Zwecken der Minendetektion entwickelten
Spulensystems Wer einen so dicken Fisch
am Haken hat, muss sich
auch Gedanken über dessen Abriss im Fall von Kollisionen mit großen Hindernissen
am Meeresgrund machen. Um den 2500 Meter langen Einleiterdraht
des
Schiffes nicht zu gefährden, wird eine Drahtschlinge an der Hainase gefertigt,
die bei mehr als zwei Tonnen Zugkraft Schiff und Schlitten voneinander
trennt und dabei eine Bergungsleine abspult.
Beste Grüsse
Tilo von Dobeneck
Das neue Gerät der Universitäten Bremen und Vigo: der Elektromagnetikschlitten GEM-Shark
Beste Grüße,
Tilo von Dobeneck
Weitere Informationen:
Wo ist POSEIDON jetzt?
Zur aktuellen Position des Forschungsschiffes hier.
Mehr über den offiziellen Träger der Fahrt EUROPROX:der European graduate school - proxies in
earth history unter www.europrox.de.
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Zum 2. & 3. Juni: Volles Rohr im Schlammgürtel






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