POSEIDON-Blog 24., 25. & 26. Mai: Volldampf Richtung Norden
Bis Mitte Juni berichten Forscher von Bord der POSEIDON. Das deutsche Forschungsschiff ist unterwegs, um im Rahmen des EUROPROX-Programms die Küstengewässer Marokkos und den Nordatlantik zu untersuchen. Vom zweiten Fahrtabschnitt berichten seit dem 22. Mai der Meeresgeologe Stijn de Schepper (MARUM/Uni Bremen) und Mirja Hoins, Master-Studentin in den marinen Geowissenschaften aus Bremen.
Forscher-Logbuch 24., 25. & 26. Mai 2008
P366-2 RV POSEIDON
Autoren:
Stijn De Schepper und Mirja Hoins
Hallo, ich bin Stijn De Schepper, 29 Jahre alt und
Postdoktorand bei Europrox. Ich bin in Belgien geboren und seit 2006 in
Bremen am Zentrum für Marine Umweltwissenschaften MARUM. Mein
Forschungsschwerpunkt sind organische
Dinoflagellatenzysten aus dem Neogen (Das
Neogen beginnt auf geologischer Zeitskala vor 23,04 Millionen Jahren und reicht
bis in die Gegenwart. Das Neogen ist gekennzeichnet durch die Entwicklung der
Vögel sowie der Säugetiere bis hin zum heutigen Menschen. Anm.d.Red.). Mit
Hilfe der Zysten möchte ich Strömungsmuster im
Nordatlantik rekonstruieren.
Ich bin Mirja Hoins, 26
Jahre alt und studiere im Masterstudiengang „Marine Geosciences“ an der
Universität Bremen. Fokus dieses internationalen und interdisziplinär geprägten
Studiums sind forschungsnahe, meeres- und klimabezogene Inhalte, die eng mit
der Forschung in den modernen marinen Geowissenschaften in Bremen und
Bremerhaven verknüpft sind.
Mich interessieren vor allem die Paläontologie und Geochemie.
Bestenfalls natürlich mit marinem Bezug! Ein eigenes Forschungsprojekt hatte
ich als Studentin bislang noch nicht.
Samstag 24. Mai 2008
31°39´N 13°42´W...nicht unbedingt ein üblicher Ort, seinen Samstagabend zu verbringen...nun, wir haben es getan und genossen. Heute haben wir es tatsächlich geschafft, ganze zwei Zentimeter Sediment vom Ozeanboden zu beproben! Außerdem entnahmen wir erneut eine große Menge Ozeanwasser zur genaueren Untersuchung von Plankton wie zum Beispiel Dinoflagellaten, Foraminiferen, Coccolithophoriden und Acantharien. Bestimmte Parameter wie Temperatur, Salinität, Dichte und Sauerstoffkonzentration wurden automatisch mit gemessen, da es sich um eine Kombination von einer Rosette (die Meerwasser entnimmt) und einem CTD-Gerät handelt. Dieses misst die Leitfähigkeit des Wassers (C=Conductivity = Leitfähigkeit), über die der Salzgehalt bestimmt werden kann. Zusätzliche Parameter sind T=Temperatur und D=Density/Dichte.
Leider hatten wir heute keine tierischen Besucher (es ist schließlich Wochenende). Auch die Taube, die noch vor wenigen Tagen halb verdurstet bei uns an Deck ankam, hat uns wieder verlassen. Hoffentlich ist sie auf dem direktem Weg nach Hause!
Es gab viel zu tun: Bevor im Ozeanwasser nach den begehrten Algenspezies gesucht werden konnte, musste es literweise filtriert werden (Im Bild: Judith Barke).
Sonntag 25. Mai 2008
Da wir die letzten Tage durch harte, nicht enden wollende Arbeit etwas Zeit verloren haben, mussten wir am heutigen Tage Strecke nachholen. Das bedeutet im Klartext: Ein Vormittag voll mit wissenschaftlich hochwertiger Arbeit und ein Nachmittag zum "Dampfen", wie unsere Fahrtleiterin Karin Zonneveld zu sagen pflegt. Je weiter es in Richtung Norden geht - man ahnt es schon - desto schlechter wird das Wetter. Das heißt zwar immer noch Sonnenschein, aber auch ein paar Wolken sind hie und da am Himmel zu sehen. Und die Wellen werden höher!
Juchuh! Der zehn Zentimeter "lange" Sedimentkern wird zur Beprobung auf dem Schlachtstempel positioniert.
Montag 26. Mai 2008
Zehn Zentimeter Sediment!
Wir haben es geschafft! So konnten wir das erste Mal ein wenig mit Schlamm spielen
und natürlich auch unseren wissenschaftlichen Fragen nachgehen.
Die Wellen sind
heute noch höher als gestern: Im Speisesaal sind schon Bestecke und Teller durch
die Gegend geflogen - und auch fast die Suppe.
Schöne Grüße von der
Poseidon,
Stijn und Mirja
Weitere Informationen:
Wo ist POSEIDON jetzt?
Zur aktuellen Position des Forschungsschiffes hier.
Mehr über den offiziellen Träger der Fahrt EUROPROX:der European graduate school - proxies in
earth history unter www.europrox.de.
Schiffsromantik








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